Rotbauchunke

Bombina bombina (Linnaeus, 1761)

Natura 2000: Anhang II, Anhang IV
Rote Liste Deutschland:        2 - stark gefährdet
Rote Liste Sachsen-Anhalt:   2 - stark gefährdet

Rotbauchunke
Foto: H. Berger
Rotbauchunke Lebensraum
Foto: T. Sy

Durch Sachsen-Anhalt verläuft ein wesentlicher Abschnitt der westlichen Arealgrenze der Rotbauchunke. Der landesweite Verbreitungsschwerpunkt liegt im Elbtal mit individuen¬starken Vorkommen im Raum Pretzsch/Bleddin, Wörlitz, Dessau, Aken sowie im Elbe-Havel-Winkel (Sandau, Havelberg). Starke Rückgänge sind demgegenüber bei Wittenberg, Coswig, Schönebeck und Magdeburg sowie in den Flussniederungen der Saale, Mulde und Weißen Elster zu verzeichnen. Auch westlich der Elbe ist die Art in vielen Vorkommens¬gebieten lokal verschwunden bzw. stark im Rückgang begriffen, z.B. im Köthener Ackerland, in der Börde oder Bodeniederung. Im Halleschen Ackerland ist die Rotbauchunke ausgestorben. An der Saale befinden sich Restvorkommen bei Calbe und Nienburg, in der Elster-Luppe-Aue existiert eine Reliktpopulation bei Merseburg. Individuenarme Restvor¬kommen kommen außerdem noch im Roßlau-Wittenberger Vorfläming vor (MEYER & SY 2001, MEYER et al. 2004, SY & MEYER 2004).

Aktuell verteilen sich die Fundpunkte in Sachsen-Anhalt noch auf sechs Haupteinheiten der naturräumlichen Gliederung, ehemals waren neun Haupteinheiten besiedelt. Dabei entfallen aktuell jeweils etwa 44 % der Nachweise auf die Elbtalniederung (D09) und das Elbe-Mulde-Tiefland (D10), hingegen nur jeweils gut 5 % auf den Fläming (D11) und das Östliche Harzvorland und Börden (D20).

Die Verbreitungssituation der Rotbauchunke ist zwischenzeitlich gut bekannt. Nach den früheren Darstellungen von BUSCHENDORF (1984), GASSMANN (1984) und SCHIEMENZ & GÜNTHER (1994) trugen vor allem die Arbeiten zur Landesfauna Sachsen-Anhalts (MEYER et al. 2004) und die Erarbeitung eines landesweiten Artenhilfsprogrammes (SY & MEYER 2004) wesentlich zu einer deutlichen Verbesserung des Kenntnisstandes bei.

Erfassung der Verbreitung

Um das Verbreitungsgebiet der Art in Sachsen-Anhalt sowie dessen mögliche Veränderungen erfassen zu können, werden alle Präsenznachweise gesammelt und auf Basis der TK 25 dargestellt. Als Verbreitungsgebiet gilt dann die gesamte Fläche der „positiven“ TK 25, d.h. mit mindestens einem aktuellen Präsenznachweis. Die Erfassung der Nachweise erfolgt laufend, die Auswertung zum Ende des jeweiligen Berichtszeitraumes.

Messgröße für den Gesamtbestand ist nach PAN & ILÖK (2009b) die Anzahl der Vorkommen, für die Habitatgröße die Anzahl der Fundorte.

Erfassungsmethodik

  • Turnus: im 6-jährigen Rhythmus, im Gegensatz zu den Bundesvorgaben wird von einer Bestandsüberprüfung im dreijährigen Turnus abgesehen;
  • drei Begehungen im Zeitraum April bis Juni, vorzugsweise in den Abend- und Dämmerungsstunden;
  • Bezugsraum der Erfassung und Bewertung sind einzelne Gewässer bzw. Gewässerkomplexe und deren Umgebung (Landhabitate, Umkreis 300 m);
  • Abschätzung der Populationsgröße je Monitoringfläche durch Verhören und Zählen (bei sehr großen Populationen durch Schätzung) rufender Tiere;
  • Ermitteln des Maximalwertes der pro Begehung gefundenen Tiere;
  • Dokumentation des Begleitartenspektrums (Amphibien);
  • Erfassung wesentlicher Habitatparameter und von Beeinträchtigungen entsprechend den Erfordernissen des Bewertungsschlüssels:
  • Anzahl und Größe der zum Vorkommen gehörenden Gewässer,
  • Ausdehnung der Flachwasserzonen bzw. Anteil der flachen Gewässer am Komplex,
  • Deckungsgrad der submersen und emersen Vegetation,
  • Besonnung,
  • Ausprägung des Landlebensraumes im direkten Umfeld der Gewässer,
  • Versteckmöglichkeiten im Landhabitat,
  • Entfernung zum nächsten Vorkommen,
  • Fischbestand und fischereiliche Nutzung,
  • offensichtlicher Stoffeintrag (Dünger, Biozide),
  • fakultativ: Störung des Wasserhaushalts,
  • Gefährdung durch den Einsatz schwerer Maschinen im Landhabitat (Land-/Forstwirtschaft),
  • Fahrwege im Jahreslebensraum bzw. an diesen angrenzend,
  • Isolation durch monotone, landwirtschaftliche Flächen oder Bebauung.

Stichprobenflächen (STPE) für das FFH-Monitoring der Rotbauchunke

STPE-Nr.BezeichnungLandkreisLage im FFH-Gebiet
BombBomb_01Neu GoldbeckStendalFFH0008LSA
BombBomb_02Tonabgrabungen Havelberg-SandauStendalFFH0009LSA
BombBomb_03 Ziegeleiteiche BlumenthalJerichower LandFFH0037LSA
BombBomb_04Gribehner TeicheSalzlandkreisFFH0053LSA
BombBomb_05 Deichvorland WörlitzWittenbergFFH0067LSA
BombBomb_06 Alte Elbe BösewigWittenbergFFH0073LSA
BombBomb_07 Wulfener BruchAnhalt-BitterfeldFFH0163LSA
BombBomb_08 Klebitz-Rahnsdorfer FeldsölleWittenbergFFH0234LSA
BombBomb_09 Tonloch bei LuppenauSaalekreisFFH0141LSA
BombBomb_10 Buschgraben AkenAnhalt-BitterfeldFFH0125LSA
BombBomb_11 Kalksteinbrüche FörderstedtSalzlandkreis
BombBomb_12 Abgrabungsgewässer SibbesdorfAnhalt-Bitterfeld
BombBomb_13 Gewässerkomplex östlich GroßmühlingenSalzlandkreis