Moorfrosch

Rana arvalis Nilsson, 1842

Natura 2000: Anhang IV
Rote Liste Deutschland: 3 - gefährdet
Rote Liste Sachsen-Anhalt: 2 - stark gefährdet

Moorfrosch
Foto: V. Neumann
Moorfrosch Lebensraum
Foto: M. Schulze

Der Moorfrosch kommt in Deutschland in allen Bundesländern vor, weist aber nur im Norden und Osten ein geschlossenes Verbreitungsgebiet auf. In Mecklenburg, Brandenburg und Teilen Sachsens und Sachsen-Anhalts werden die bundesweit größten Abundanzen und Verbreitungsdichten erreicht (GÜNTHER & NABROWSKI 1996). Insofern kommt auch Sachsen-Anhalt eine höhere Verantwortung für den Erhalt der Art in Deutschland zu.

In Sachsen-Anhalt liegt der Verbreitungsschwerpunkt in den eiszeitlich geprägten Tiefebenen. Hier werden die Flussauen der Elbe, Mulde, Saale, Havel und Ohre fast lückenlos besiedelt. Zudem sind der Drömling und die Altmoränenlandschaften der Altmark großflächig vom Moorfrosch besiedelt. Er fehlt hingegen weitgehend in den Sandern und Endmoränenlandschaften der Altmarkheiden mit Ausnahme der elbnahen Bereiche. Auch die Lössböden der Ackerebenen weisen mit Ausnahme des Köthener Ackerlandes kaum Nachweise auf. Aus den Hügelländern sind nur vereinzelte Vorkommen bekannt, so z.B. aus dem Helme-Unstrut-Buntsandsteinland, wobei die Höhengrenze der Verbreitung bei etwa 300 m liegt (MEYER et al. 2004, MEYER & SY 2004).

Es liegen Nachweise aus neun naturräumlichen Haupteinheiten vor. Dabei entfallen ca. 27 % der Fundpunkte auf das Elbe-Mulde-Tiefland (D10), 25 % auf die Elbtalniederung (D09) und ca. 20 % auf die Altmark (D29) (MEYER & SY 2004). Der Moorfrosch kommt in mindestens 56 FFH-Gebieten Sachsen-Anhalts vor, zahlreiche Fundpunkte liegen jedoch außerhalb der Gebietskulisse.

Entsprechend dem von MEYER et al. (2004) dargestellten Kenntnisstand ist die Verbreitungssituation relativ gut bekannt. Aufgrund der weiten Verbreitung kann jedoch weiterhin mit neuen Funden gerechnet werden.

Erfassung der Verbreitung

Um das Verbreitungsgebiet der Art in Sachsen-Anhalt sowie dessen mögliche Veränderungen erfassen zu können, werden alle Präsenznachweise (z.B. aus gezielten Kartierungen) gesammelt und auf Basis des 10-km-LAEA-Rasters dargestellt. Als Verbreitungsgebiet gilt dann die gesamte Fläche der „positiven“ 10-km-Raster, d.h. mit mindestens einem aktuellen Präsenznachweis. Die Erfassung der Nachweise erfolgt laufend, die Auswertung zum Ende des jeweiligen Berichtszeitraumes.


FFH-Stichprobenmonitoring

Das FFH-Stichprobenmonitoring des Moorfroschs richtet sich nach den bundesweit gültigen Methodenstandards in BfN & BLAK (2017). Die Bewertung des Erhaltungszustands einzelner Monitoringgebiete resultiert aus Teilbewertungen der Kriterien „Zustand der Population“, „Habitatqualität“ und „Beeinträchtigungen“.

Innerhalb einer Berichtsperiode (6-Jahreszeitraum) ist der Zustand der Population in einem Untersuchungsjahr im Rahmen von jeweils drei Begehungen zu erfassen. Die Ermittlung der Populationsgröße sowie gleichzeitig der Nachweis einer Reproduktion erfolgt durch das Zählen von Laichballen zwischen Februar und Anfang April. Zum sicheren Artnachweis ist in Zweifelsfällen das Verhören sowie die Suche nach adulten Tieren durchzuführen.

Die Bewertung der Habitatqualität und Beeinträchtigungen erfolgt je Berichtsperiode unter Berücksichtigung der Bedingungen einmalig anhand der folgenden Unterkriterien:

Habitatqualität:

  • Anzahl und Größe der zum Vorkommen gehörenden Gewässer
  • Ausdehnung der Flachwasserbereiche bzw. Anteil der flachen Gewässer (< 0,4 m Tiefe)
  • Beschattung (durch Gehölze beschattete Wasserfläche)
  • Entfernung des Laichgewässers von arttypischen Sommer- und Winterhabitaten
  • Beschaffenheit der Offenlandbereiche um die Gewässer in 300 m Umkreis
  • Entfernung zum nächsten Vorkommen

Beeinträchtigungen

  • Schad- oder Nährstoffeinträge
  • Versauerung
  • Fischbestand und fischereiliche Nutzung
  • Gefährdung durch Einsatz schwerer Maschinen im Landhabitat
  • Fahrwege im Gewässerumfeld (500 m Umkreis) und Jahreslebensraum bzw. an diesen angrenzend (100 m Umkreis)
  • Isolation durch monotone, landwirtschaftliche Flächen oder Bebauung im Umfeld
  • Weitere Beeinträchtigungen
Nr.FFH-GebietName
FFH-Monitoring-Gebiete für den Moorfrosch